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PostHeaderIcon Japanische Zuckersorten

In Japan gibt es eine große Vielfalt an verschiedenen Zuckerarten, die meisten werden aus Zuckerrohr hergestellt, deswegen handelt es sich so gut wie immer um Rohrzucker. Zuckerrohr enthält einen süßen Saft, der zur Zuckerproduktion ausgepresst und eingekocht  wird. Der in Europa verwendeter Zucker wird aus Zuckerrüben gemacht, deswegen nennt man ihn auch Rübenzucker.
Rohrzucker wird oft einfach als „brauner Zucker“ bezeichnet, obwohl es auch braunen Zucker gibt, der aus Rüben gewonnen wird. Dieser ist jedoch meistens ein raffinierter Weißzucker, der aus braunem Kandissirup hergestellt wird, daher ist auch die Bezeichnung "Kandisfarin" gebräuchlich. Im Französischen ist der generische Begriff für jeden unraffinierten (braunen) Zucker „Cassonade“. Somit ist "brauner Zucker" nicht automatisch ein Rohrzucker. Der aus Zuckerrohr hergestellter Rohr-Zucker ist( je nach Grad der Raffinade) ein natürliches Produkt, mit Eisen, Magnesium, Kalzium und B-Vitaminen. „Brauner Zucker“ dagegen besteht aus raffiniertem Weißzucker, der anschließend mit Melasse versetzt wurde, somit enthält dieser nicht mehr Mineralstoffe als raffinierter Zucker und ist an den Kristallen erkennbar. Weißer, heller Zucker kann aus Rüben oder Zuckerrohr hergestellt sein und wird vielmals raffiniert, bis die Melasse komplett entfernt ist.

In japanischen Süßigkeiten werden viele verschiedene Zuckerarten verwendet, diese unterscheiden sich teilweise stark im Geschmack, Farbe und Konsistenz voneinander. Einige der Zucker kann man mit ähnlichen, auch bei uns erhältlichen Sorten ersetzen, andere wieder sind sehr einzigartig.

和三盆糖 Wasabon-tō

Wasabontou oder nur Wasabon ist ein Zucker von sehr hohen Qualität, es ist der edelste japanische Zucker. Wenn es darum geht, ob es einen Zucker aus Japan gibt, der vielen bekannt ist, dann ist es dieser. Wasabon, auch „Awa wasanbon toh“ wird seit über 200 Jahren nach alter, traditioneller Methode hergestellt, in reiner Handarbeit, ohne Maschinen.Wasabon wird aus einem speziellen Zuckerrohr, dem „Chikutoh“(süßer Bambus) oder „Hoso-kibi“ (dünnes Zuckerrohr) , gemacht. Dieses Zuckerrohr wird nur wenig angebaut, in der Tokushima und zum Teil in der Kagawa Präfektur. Es ist sehr dünn, von der Dicke eines Fingers beim erwachsenen Mann. Chikutoh soll als Gemüse verzehrt schon eine Delikatesse sein und unterscheidet sich sehr von gewöhnlichem Zuckerrohr.

Wasabon hat einen außergewöhnlichen Geschmack, er ist nicht nur einfach „süß“. Er ist sehr hell, von der Farbe einer Buttercreme, aber nicht weiß, die Struktur ist nicht kristallin, sondern ein sehr feines Pulver. Der Geschmack ist sehr gut: "cremig", mit leichten Karamell und Butternoten, wirklich bemerkenswert und nicht ganz einfach zu beschreiben. Er schmilzt richtig im Mund, deswegen werden aus diesem edlen „Luxus-Zucker“ viele Higashi wie Uchimono(kleine gepresste Zuckerkuchen) hergestellt. Um den Namen „Wasabon-to“ ranken sich einige Mythen. Da das Chikutoh Zuckerrohr nur in Japan wächst, bedeutet der Name übersetzt: „japanischer feiner Zucker“. Der früherer Name war: „san-bon-to“, was soviel bedeutet wie: „drei Tablett-Zucker“, vermutlich daher, weil der Zucker 3-mal(san) raffiniert wird und dazu auf einem Tablett(bon) ausgebreitet wird - sicher ist man aber nicht.

Aufgrund der traditionellen Herstellung und des speziellen Zuckerrohrs ist Wasabon recht teuer. Der Preis und die Qualität können stark schwanken, je nachdem in welcher Präfektur der Zucker hergestellt wurde. In Japan kann 1kg Packung(Bild rechts) umgerechnet 20EU, aber auch viel mehr kosten, wenn es sich um einen besonders guten Wasabon handelt. Mittlerweile ist Wasabon auch bei einigen Online Shops erhältlich.